3 Tipps, wie du Kinder mit Worten in Selbstwertgefühl stärkst

Oder: Warum eine achtsame Kommunikation mit Kindern wichtig ist, dass sie an sich selbst glauben lernen!

Wie wir als Erwachsene mit Kindern kommunizieren, beeinflusst maßgeblich die Entwicklung ihres Selbstwertgefühls.
Aussagen wie „Dafür bist du noch zu klein“ oder „Komm, lass mich das machen, das kannst du noch nicht“ aber auch Dinge wie „Was hast du denn jetzt schon wieder gemacht?“ führen zu einer Verletzung des Selbstwertes.
Doch warum ist es eigentlich so wichtig, Kinder in einem gesunden Selbstwertgefühl zu stärken? Warum sollten wir Erwachsene sehr achtsam mit unserer Sprache umgehen, wenn wir Kinder in einer positiven Entwicklung unterstützen wollen?

In diesem Beitrag schauen wir uns an, was ein gesundes Selbstwertgefühl eigentlich ist, warum es so wichtig ist, welche Auswirkungen unsere Kommunikation auf das Gehirn von Kindern hat und wie wir Kinder mit der richtigen Wortwahl mit Hilfe der Gehirnbasierten Kommunikation bei der Entwicklung eines gesunden Selbstwertgefühls maßgeblich unterstützen können.

Was ist ein gesundes Selbstwertgefühl?


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Ein gesundes Selbstwertgefühl bezeichnet das Gefühl der eigenen Wertschätzung, Selbstakzeptanz und Selbstachtung. Es ermöglicht es Kindern, sich selbst zu lieben und zu respektieren, ohne dabei von äußeren Urteilen oder Erfolgen abhängig zu sein.

Ein gesundes Selbstwertgefühl beinhaltet die eigene Wertschätzung, Selbstakzeptanz und Selbstachtung. Dazu gehört auch die realistische Einschätzung von eigenen Fähigkeiten, Stärken und Schwächen und der Glaube daran, dass wir uns stets weiterentwickeln können.

Auch Selbstfürsorge, also die Fähigkeit, sich gut um sich selbst zu kümmern, sowohl um körperliche, als auch um psychische Bedürfnisse, ist ein wichtiger Anteil eines gesunden Selbstwertgefühls.


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Warum ist ein gesundes Selbstwertgefühl wichtig?

Ein gesundes Selbstwertgefühl ist aus mehreren Gründen wichtig:

  1. Selbstvertrauen & Leistungsbereitschaft: Kinder, mit höherem Selbstwertgefühl haben Vertrauen in ihre Fähigkeiten. Sie fühlen sich in der Lage, Herausforderungen anzunehmen und diese auch zu bewältigen. Sie sind mutig, neugierig und bereit, neue Dinge auszuprobieren und zu lernen. Sie glauben an sich selbst, wollen sich weiterentwickeln und sind bereit dazu, sich anzustrengen, um ihre Ziele zu erreichen.
  2. Sozial-emotionale Kompetenzen: Kinder mit einem gesunden Selbstwertgefühl können besser mit anderen kommunizieren, sind einfühlsamer und können leichter Freundschaften aufbauen. Sie müssen andere nicht runter machen, um sich selbst besser zu fühlen (Mobbing)!
  3. Mentale Gesundheit / Resilienz: Ein gesundes Selbstwertgefühl hilft Kindern, Rückschläge und herausfordernde Situationen zu meistern. Sie sehen diese als Teil des Lernprozesses und können sich schneller von Krisen erholen.

Wie entwickelt sich ein gesundes Selbstwertgefühl?

Ob Kinder ein gesundes Selbstwertgefühl entwickeln oder nicht hängt mit vielen verschiedenen Faktoren zusammen. Die Art und Weise, wie Erwachsene mit Kindern kommunizieren, spielt dabei eine zentrale Rolle.

Fühlen sich Kinder durch unsere Worte wertgeschätzt und gesehen? Geben wir ihnen das Gefühl ein wichtiger Teil der Familie, der Gruppe oder der Klassengemeinschaft zu sein? Oder machen wir sie klein, stellen sie bloß und trauen wir ihnen nichts zu?
Stärken sie ihr Selbstwertgefühl oder ihre Selbstzweifel?

Die Art und Weise, wie Erwachsene mit Kindern kommunizieren, beeinflusst auch maßgeblich die Gehirnentwicklung von Kindern (mehr dazu in unserer Fortbildung Gehirnbasierte Kommunikation mit Kindern).

Eine liebevolle, wertschätzende Kommunikation trägt dazu bei, dass Kinder Sicherheit und Vertrauen entwickeln, was sich positiv auf die Entwicklung ihres Stresssystems im Gehirn auswirkt. Studien haben gezeigt, dass regelmäßige positive Interaktionen mit liebevollen Bezugspersonen das Wachstum bestimmter Gehirnregionen fördern können, die mit Emotionsregulation, Stressbewältigung und sozialen Fähigkeiten verbunden sind!

Was sind Auswirkungen von niedrigem Selbstwertgefühl?

Kinder mit niedrigem Selbstwertgefühl haben unter anderem mit folgenden Herausforderungen zu kämpfen:

  1. Schwierigkeiten in einem gesunden Umgang mit Gefühlen: Kinder mit einem niedrigen Selbstwertgefühl neigen dazu, sich selbst negativ zu bewerten und sich auf ihre Schwächen und Fehler zu konzentrieren (statt auf ihre Stärken). Dies kann zu negativen Denkmustern und zu einem verzerrten Selbstbild führen. Kinder leiden eher unter Stimmungsschwankungen, Ängsten, Depressionen aber auch die Wahrscheinlichkeit für aggressives, herausforderndes Verhalten steigt.
  2. Schwierigkeiten in sozialen Situationen: Wenn das Selbstwertgefühl von der Meinung anderer abhängt, können Kinder Schwierigkeiten haben, sich in Gruppen einzufügen, ihre Meinungen angemessen auszudrücken oder Konflikte konstruktiv zu lösen. Sie können Angst vor Ablehnung entwickeln und sich zurückziehen, um mögliche negative Bewertungen zu vermeiden. Dies kann zu sozialer Isolation führen und den Aufbau von Freundschaften erschweren.

    Andererseits kann ein niedriges Selbstwert dazu führen, dass Kinder schwächere oder jüngere Kinder abwerten, um sich selbst aufzuwerten und ihre Unsicherheit zu kompensieren.
  3. Negative Auswirkungen auf Gemeinschaften: Mobbing-Rollen (egal ob Täter oder Opfer-Rollen) können das soziale Gefüge in Familien, Kindergärten oder Schulen oder in anderen Gemeinschaften extrem stark beeinträchtigen und das Wohlbefinden aller Beteiligten negativ beeinflussen.

Kinder in einem gesunden Selbstwertgefühl zu stärken und achtsam mit der eigenen Sprachwahl umzugehen sollte daher ein zentrales Anliegen aller Erwachsenen sein, die Kinder in ihrer Entwicklung begleiten!

3 Tipps, wie du Kinder mit gehirnbasierter Kommunikation in einem gesunden Selbstwertgefühl stärken kannst

  1. Anerkennung und Wertschätzung: Es gibt viele Möglichkeiten, Kindern Anerkennung und Wertschätzung entgegen zu bringen. Diese sollten nicht nur auf große Erfolge oder Leistungen beschränkt sein, sondern auch auf kleine Fortschritte, Anstrengungen und unterstützenswerte Verhaltensweisen.
    Bemühungen anzuerkennen (besonders, wenn Kinder dies nicht erwarten!), setzt Neurotransmitter wie Dopamin frei, die Gefühle von Zufriedenheit vermitteln (siehe u.a. Kazlauskiene & Barabanova, 2020).
    Hier drei Kommunikationsbeispiele für Anerkennung und Wertschätzung:
    • Positives Feedback für individuelle Leistungen: „Ich habe gesehen, wie sorgfältig du dein Bild gemalt hast. Die Farben leuchten richtig und es gibt viele kleine Details zu entdecken.“
    • Ermutigung und Unterstützung: „Ich habe bemerkt, wie schwer die Aufgabe für dich war. Und du hast trotzdem durchgehalten! Ich bin sehr stolz auf dich!“
    • Wertschätzung für Zusammenarbeit: „Ich freue mich, dass alle zusammen beim Aufräumen mitgeholfen haben! Danke! Ich freue mich sehr über eure Bereitschaft, einander zu helfen!“
  2. Einfühlsames Begleiten von Gefühlen: Wenn Kinder merken, dass ihre Gefühle gesehen, verstanden und angenommen werden, erhöht dies die Aktivität in Gehirnbereichen, die mit Bindung und positiven emotionalen Erfahrungen verbunden sind und reduziert Stress (siehe z.B. Jones et al., 2019). Empathisches Zuhören reduziert die Freisetzung von Stresshormonen und erhöht gleichzeitig die Aktivität in den Gehirnregionen, die mit Emotionsregulation verbunden sind. Wenn wir als Erwachsene unsere Rolle als „Gefühle-Übersetzer*innen“ einnehmen und Gefühle von Kindern wahrnehmen und benennen, so lernen Kinder gleichzeitig wichtige Worte für Gefühle kennen, und ein höherer Gefühle-Wortschatz hängt mit der Fähigkeit zusammen, in Folge besser eigene Gefühle lenken zu können!
    Hier drei Kommunikationsbeispiele für einfühlsames Begleiten von Gefühlen:
    • Freude: „Ich sehe, wie glücklich du bist! Ich freu mich, dass du so viel Spaß hast. Es macht mich auch glücklich, dich so fröhlich zu sehen.“
    • Traurigkeit: „Es ist okay, traurig zu sein. Ich bin für dich da. Brauchst du eine Umarmung?“
    • Wut: „Das hat dich jetzt richtig wütend gemacht, oder? Ich kann das gut verstehen. Was meinst du, was können wir jetzt tun?“
  3. Ermutigung und Autonomie: Gib Kindern die Möglichkeit selbstständige Entscheidungen zu treffen und Verantwortung zu übernehmen. Ermutige sie dabei, ihre Meinung mitzuteilen und verschiedene Interessen zu erkunden. Unterstütze sie dabei, ihre Ziele zu verfolgen und Herausforderungen anzunehmen. Achte auf eine Fehler-freundliche Umgebung.
    Hier drei Kommunikationsbeispiele für Ermutigung und Autonomie:
    • Selbstständige Entscheidungen: „Mit was möchtest du anfangen? Es ist deine Entscheidung, und ich unterstütze dich dabei.”
    • Meinung äußern: „Was meinst du dazu?“
    • Herausforderungen annehmen: „Unser Gehirn braucht Fehler, damit es daraus lernen kann. Es ist wichtig Fehler zu machen! Außerdem zeigen Fehler, dass du es probierst und dich weiterentwickelst!“

Lerne jetzt mehr über die gehirnbasierte Kommunikation mit Kindern!

Durch die Art und Weise, wie du mit Kindern kommunizierst, kannst du ihr Selbstwertgefühl maßgeblich beeinflussen. Ein gesundes Selbstwertgefühl trägt maßgeblich zu mentaler Gesundheit, sozial-emotionalen Kompetenzen und Leistungsbereitschaft bei!

Durch gehirnbasierte Kommunikation mit Kindern können wir ihr Selbstwertgefühl stärken und sie auf dem Weg zu selbstbewussten, einfühlsamen und resilienten Erwachsenen unterstützen.

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Literaturangaben:

  • Kazlauskiene, A., & Barabanova, I. (2020). Neuropedagogy: preconditions for application of neuroscience results in the education process while providing feedback.
  • Jones, S. M., Bodie, G. D., & Hughes, S. D. (2019). The impact of mindfulness on empathy, active listening, and perceived provisions of emotional support. Communication Research, 46(6), 838-865.

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