Blog Was brauchen Grundschulkinder nach Corona

Was brauchen Kinder in der Grundschule nach Corona?

Oder:  Warum der Fokus auf mentale Gesundheit jetzt wichtiger ist als der Fokus auf Fachwissen!

Ein knappes Jahr nach Beginn der Corona-Pandemie zeigt fast jedes dritte Kind psychische Auffälligkeiten. Sorgen, Ängste, depressive Symptome und psychosomatische Probleme wie Bauch- oder Kopfschmerzen, haben zugenommen. Wenn du wissen willst, welche Auswirkungen die Corona-Pandemie auf die psychische Gesundheit von Grundschulkindern hat und wie Kinder im Grundschulalter im Unterricht in ihrer mentalen Gesundheit gestärkt werden können, lies oder schau weiter! 

Literaturangaben findest du wie immer unter dem Text.

Was sind die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die psychische Gesundheit von Kindern?

Kinder- und Jugendärzt*innen, -psycholog*innen, Lehrkräfte und Erzieher*innen schlagen schon länger Alarm, wenn es um die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die psychische Gesundheit von Kindern geht.

Während sich bereits vor der Corona-Pandemie bei rund 20% der Kinder und Jugendlichen in Deutschland Anhaltspunkte für psychische Auffälligkeiten fanden (Tendenz steigend – Baumgarten et al., 2018), hat sich der Anteil von Kindern und Jugendlichen mit psychischen Auffälligkeiten während der Corona-Pandemie knapp verdoppelt und ihr Gesundheitsverhalten verschlechtert (Ravens-Sieberer et al., 2021).

Hinzu kommt, dass psychische Auffälligkeiten bei Kindern häufig von Laien nicht als Hilferuf wahrgenommen werden. Wut, Aggression und psychosomatische Beschwerden, sogenanntes „störende Verhalten“, wird häufig mit wenig Mitgefühl begegnet. Das führt unter anderem dazu, dass Kinder in Zeiten von Pandemien erhöhten Risiken von Misshandlung und Vernachlässigung ausgesetzt sind (Jentsch & Schnock, 2020).

Was sind die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Schulalltag der Schüler*innen?

Lehrkräfte berichten, dass Kinder „deutlich lauter“ seien, als vor dem „Home Schooling“, dass sie weniger abwarten können, schlechter auf andere Rücksicht nehmen können, eine geringere Frustrationstoleranz aufweisen, weniger gut selbstständig arbeiten können, weniger Konfliktlösungsmöglichkeiten haben und höhere Leistungsschwankungen aufweisen.

Bildungsforscher Prof. Kai Maaz geht davon aus, dass die Corona-Pandemie die bereits vorhandene Bildungsungleichheit noch verstärkt (vgl. Prof. Kai Maaz, DeStatis, 2021), dass also die Kluft zwischen sozial schwachen und starken Familien noch größer wird. Dies hat massive Auswirkungen auf unsere Gesellschaft, unter anderem mit der Gefahr auf mehr psychischen Erkrankungen im Erwachsenenalter.

Schulängste, Schulunlust oder Versagensängste werden verstärkt auftreten, wenn Kinder nun wieder in die große Gruppe zurückkommen, sich wieder vermehrt mit anderen vergleichen und dabei mit ihren Gefühlen und Gedanken allein gelassen werden.

Was sind die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Lehrkräfte?

Viele Lehrkräfte sind durch die Herausforderungen der chaotischen Corona-Situation ebenfalls psychisch erschöpft. Bei einer Befragung von 2300 Lehrkräften zeigte knapp die Hälfte der Befragten Lehrkräfte Symptome von emotionaler Erschöpfung, bei etwa 28 Prozent waren diese stark ausgeprägt, ein Risiko für Burnout also deutlich erhöht (Hansen et al., 2020).

Zusätzlich wird angestrebt, dass der verpasste Stoff in einem gewissen Maß wiederaufgearbeitet wird, was Lehrkräfte zusätzlich vor die Herausforderung stellt, den Kindern mehr Fachwissen in kürzerer Zeit beizubringen.

Ein Bundesprogramm mit guten Absichten soll helfen 

Um Kinder und Jugendliche zu stärken hat das Bundeskabinett am 5. Mai 2021 das “Aktionsprogramm Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche beschlossen. Es besteht aus einem Nachholprogramm für pandemiebedingte Lernrückstände und einem umfangreichen Maßnahmenpaket zur Unterstützung der sozialen Kompetenzen und der allgemeinen Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen (Quelle: Pressemitteilung vom 05.05.2021 vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend).

Ein sehr begrüßenswertes Programm!

Bei unserer online Recherche zu den Umsetzungen des Programmes in den einzelnen Bundesländern sind wir leider immer wieder zu einem Schluss gekommen: Bis auf wenige Ausnahmen wird der Fokus in den meisten Bundesländern bei Grundschulkindern stark daraufgelegt, den Schulstoff nachzuholen, anstatt die sozial-emotionale Kompetenzen von Kindern zu stärken. Häufig soll das Nachholen zusätzlich in der Ferienzeit geschehen, eine wichtige Zeit für mentale Erholung.

Neben Nachhilfe und Personalaufstockung findet man Ferien- und Bewegungsangebote wie z.B. Schwimmkurse, die absolut begrüßenswert sind, jedoch nicht aktiv die notwendigen emotionalen Kompetenzen stärken, um mit den vergangenen und kommenden Herausforderungen umzugehen.

Ich möchte an dieser Stelle noch einmal die Zahlen hervorheben: Etwa eines von Vier Kindern zeigt deutliche Lernrückstände aber fast jedes Dritte Kind zeigt psychische Auffälligkeiten!

Es braucht daher MEHR emotionale Unterstützung für Kinder, um die Erlebnisse des vergangenen Jahres zu verarbeiten und sie auf die Zukunft vorzubereiten!

Programme , die mentale Gesundheit und sozial-emotionalen Kompetenzen im Rahmen des „Aufholen nach Corona“ Angebotes im Klassenzimmer stärken, sind deutlich schwieriger zu finden, als Angebote für Nachhilfe und Personalkosten!

Gefahr besteht, dass der Fokus auf Leistung, anstatt auf mentale Gesundheit gelegt wird und damit leider erneut zu Lasten der mentalen Gesundheit der Kinder geht!

ABER:

Um mentale (Lern-)Leistung erbringen zu können,
ist zunächst mentale Gesundheit notwendig!


Die Frage ist, löst „Nachhilfe“ und „Lernförderung“ nicht Schulängste, Schulunlust oder Versagensängste? Und kann man damit nicht die Bildungsungleichheit erfolgreich „bekämpfen“? 

Es ist zu hoffen, dass dadurch zumindest ein Teil dazu beigetragen wird, wir sehen aber dabei die Gefahr eines Leistungs-Fokus-Teufelskreises, der Lernfreude hemmt anstatt sie auszubauen und zu stärken. Denn mit dem Fokus auf Leistung wird der Fokus auf ein „MÜSSEN“ anstatt auf ein „WOLLEN“ gesetzt. Es wird zwar das fachbezogene Wissen ausgebaut aber wichtige fächerübergreifende Kompetenzen wie sozial-emotionale Fähigkeiten werden hierbei außen vorgelassen. Und wie bereits erwähnt – ohne diese Kompetenzen, können darauf aufbauende Fähigkeiten nur mühsam aufgebaut werden!

Wie können wir dann die 25% der Kinder, mit „dramatischen Lernrückständen“ dabei unterstützen, diese aufzuholen, so dass sie selber motiviert sind, dies zu tun? Und wie können wir die knapp 40% der Kinder mit psychischen Auffälligkeiten unterstützen? Und die 80% der Kinder, die berichten, dass sie die Corona-Situation seelisch belastet?

Stell dir vor, es gäbe es ein Förderprogramm, das Kinder in ihrer Lernmotivation UND ihrer mentalen Gesundheit stärken könnte! Und was, wenn ich dir sagen, das gibt es!?

Studien zeigen: psychisch gesunde Kinder in einer warmherzigen und fehlerfreundlichen Klassengemeinschaft WOLLEN lernen! Ihre Lernmotivation kommt von ihnen selbst und wird nicht durch äußere Forderungen auf Leistung diktiert. Werden Kinder gezielt in ihrer eigenen Einstellung dem Lernen gegenüber angeleitet, zeigt die Erfahrung, dass sich Schüler*innen zusätzlich gegenseitig unterstützen! Diese intrinsische Lernmotivation hat Auswirkungen auf die gesamte Schullaufbahn der Kinder und darüber hinaus später im Berufsleben!

Noch einmal, weil es so, so wichtig ist und so wenig Beachtung findet:

Um mentale (Lern-)Leistung erbringen zu können,
ist zunächst mentale Gesundheit notwendig!

Kinder benötigen gerade jetzt eine Stärkung der Gemeinschaft und eine gesunde Anleitung mit eigenen Gefühlen und Gedanken umzugehen. Sie benötigen die Möglichkeit – und vor allem Zeit – diese schwierige Zeit der Corona-Pandemie aufzuarbeiten!  Und dies gelingt am besten im Rahmen des Unterrichts.

Wie es Lehrkräften gelingt, Lernfreude UND mentale Gesundheit im Unterricht zu stärken

Das HELDENFORSCHER Programm für 3. & 4. Grundschulklassen ist ein wissenschaftlich basiertes, praxiserprobtes und klar strukturiertes Programm, das eine wichtige Brücke darstellt, um Lernrückstände aufzuholen und um Kinder gleichzeitig in ihrer mentalen Gesundheit und damit in ihren sozial-emotionalen Kompetenzen zu stärken!

Es bietet Schulen ein komplettes Curriculum zu sozial-emotionalen Kompetenzen und Wachstumsdenken („Growth Mindset“) mit vollständigen Unterrichtseinheiten, das flexibel und einfach in den Unterrichtsalltag eingesetzt werden kann.

Das Programm kann in 3 Monaten durchgeführt oder auf ein Schuljahr aufgeteilt werden.

Es wurde im letzten Jahr sowohl im Vorort- wie im Online-Unterricht von Lehrkräften eingesetzt und von den teilnehmenden Lehrkräften als überragend wertvoll bezeichnet.

Die eigene Einstellung im Kopf ist erlernbar!

Gesunde Persönlichkeitsentwicklung im Unterricht zu lehren, beeinflusst lebenslang Gesundheit und Erfolg!

HELDENFORSCHER Programm:  Positive Effekte für Schüler*innen UND Lehrkräfte

Nach einer kurzen Einarbeitungszeit in das sehr strukturierte und Schritt-für-Schritt ausgearbeitete Programm, zeigen sich nach Berichten von teilnehmenden Lehrkräften bereits nach den ersten Einheiten deutlich spürbare positive Auswirkungen in der Klassengemeinschaft und Lernfreude: Weniger Mobbing und mehr Klassenzusammenhalt, die selbstständige Frage nach schwereren statt leichteren Aufgaben, also mehr Lernfreude und Lernmotivation und weniger Angst vor Fehlern – also mehr aktive Beteiligung im Unterricht.

Das HELDENFORSCHER Programm vereinfacht Lehrkräften das Unterrichten, indem es die eigenständige Lernmotivation von Kindern erhöht und den Klassenzusammenhalt stärkt.

Studien zeigen außerdem, dass eine Schulung im Wachstumsdenken Burnout entgegensteuert und Lehrkräfte in ihrer mentalen Gesundheit stärkt (siehe z.B. SangWoo, 2016; McCormack et al., 2017; Slavin, 2019)!

  • Mehr zum wissenschaftlichen Hintergrund des Programmes erfährst du hier.
  • Mehr zu den Folgen der Corona-Pandemie und die Auswirkungen des Programmes auf die Entwicklung von Schüler*innen und die positiven Auswirkungen für Lehrkräfte findest du hier.
  • Mehr zu dem Thema warum der Unterricht von Persönlichkeitsentwicklung bei Kindern in der Schule dem Staat jährlich Milliarden Euro sparen und zusätzlich die Wirtschaft stärken kann, findest du in unserem Artikel dazu hier.

Hier kommst du direkt zum HELDENFORSCHER Programm:

Literaturangaben:

Ärzteblatt: Corona und Psyche: Experten mahnen, junge Menschen besonders zu unterstützen (21.05.2021), abgerufen am 23.06.2021 LINK

Baumgarten F, Klipker K et al. (2018) Der Verlauf psychischer Auffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen – Ergebnisse der KiGGS-Kohorte. Journal of Health Monitoring 3 (1) LINK

Benker (16.02.2021): Wie die Corona-Pandemie Kinder psychisch belastet, Artikel in der Ärztezeitung, abgerufen am 23.06.2021 LINK

Berndt & Schroeder (19.05.2021): Wenn Verbote auf die Seele schlagen, Artikel in der Süddeutschen Zeitung, abgerufen am 23.06.2021 LINK   

DeStatis Interview zur Folgen der Corona-Pandemie für die Bildungsgerechtigkeit mit Prof. Kai Maaz   (abgerufen am 09.06.2021) LINK

Jentsch, B., & Schnock, B. (2020). Kinder im Blick? Kindeswohl in Zeiten von Corona. Sozial Extra, 44(5), 304-309.

Klusmann, U., & Waschke, N. (2018). Gesundheit und Wohlbefinden im Lehrerberuf (Vol. 1). Hogrefe Verlag.

Ravens-Sieberer, U., Kaman, A., Otto, C., Adedeji, A., Napp, A. K., Becker, M., … & Hurrelmann, K. (2021). Seelische Gesundheit und psychische Belastungen von Kindern und Jugendlichen in der ersten Welle der COVID-19-Pandemie–Ergebnisse der COPSY-Studie. Bundesgesundheitsblatt-Gesundheitsforschung-Gesundheitsschutz, 1-10.

Schmidt, S., Petermann, F., & Brähler, E. (2021). Bildungsniveau, körperliche und psychische Gesundheit. Researchgate.net LINK

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